Diese Webseite nutzt Cookies

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewährleisten.
Darüber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Wer war Gottfried Forck?

Gottfried Forck, * am 6. Oktober 1923 in Ilmenau (Thüringen), † 24. Dezember 1996, war ein deutscher Theologe und Bischof.

Wirken und Schaffen
Die Amtszeit Gottfried Forcks in den 1980er Jahren erhielt durch die auf die Wende in der DDR zulaufende Entwicklung eine besondere Prägung, da seine Landeskirche in besonderem Maße in das Spannungsfeld zwischen dem von Dietrich Bonhoeffer postulierten Anspruch, Kirche für andere sein zu sollen, der Sorge um und für die eigenen Gläubigen und staatlichen Druck zur Unauffälligkeit und Opportunität der Kirche gegenüber dem SED-Staat geriet. Während der Friedensdekade 1981 teilte er in der Ostberliner Marienkirche die Aufnäher Schwerter zu Pflugscharen aus, die durch die kirchlicherseits nicht intendierte Verknüpfung mit dem von Robert Havemann und Rainer Eppelmann initiierten „Berliner Appell“ in eine oppositionelle Symbolik missdeutet wurden.

Schutz für Bedrängte
Forck trug als Akt der Solidarität mit den hart angefeindeten Jugendlichen, die diesen Aufnäher trugen, einen entsprechenden Aufkleber auf seiner Aktentasche und setzte sich sehr für diese Jugendlichen ein. In den kommenden Jahren wurden gerade in Berlin kirchliche Räume zunehmend zu Asylbereichen für oppositionelle Gruppen auch aus dem nichtkirchlichen Raum. Durch diese Gruppen wurde die Kirche wegen ihres Verhaltens gegenüber dem SED-Staat hart angefragt und herausgefordert. Nicht immer wurde die Kirche diesen Anfragen und Forderungen gerecht, aber sie bemühte sich zumindest um Schutz für die Bedrängten. So wurde auf Initiative von Gottfried Forck nach den Verhaftungen während der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration im Januar 1988 ein Telefon geschaltet, das den Bemühungen um die Verhafteten diente. Forck bemühte sich persönlich um die bei der Demonstration Inhaftierten.

"Glauben ist Ermutigung zum Handeln“
Durch seine Anwesenheit schützte er am 1. Oktober 1989 die Gründungstreffen des Demokratischen Aufbruchs. In der Berliner Gethsemanekirche forderte er die DDR-Führung zu Rechtsstaatlichkeit und Demokratie auf. Entgegen den Forderungen aus dem SED-Apparat unterstützte er die Veröffentlichung von Zeugenaussagen über die Übergriffe der Volkspolizei gegen friedliche Demonstranten während der Feierlichkeiten um den 40. Jahrestag der DDR durch das Ostberliner Stadtjugendpfarramt. Nach seiner Emeritierung und seinem Umzug nach Rheinsberg stellte er seine Person in den Dienst der Bemühungen um die Verhinderung des Bombodroms in der Wittstocker Heide. " Glauben ist Ermutigung zum Handeln", so lautet der Grundsatz Gottfried Forcks - und der Maßstab für die Arbeit unserer Schule.